Anton Eric Scotoni 80jährig

„Am 7. August feiert Anton Eric Scotoni, umgeben von seiner Familie und seinen Freunden, die Vollendung seines 80. Lebensjahres“

An der Stadtgrenze in Oerlikon geboren und aufgewachsen, hat er hier auch einen grossen Teil seiner Schuljahre verbracht und die Ausbildung an der Universität Zürich mit einer Doktorarbeit über das damals höchst aktuelle Problem der Altstadtsanierung abgeschlossen. Als Mitglied des Zürcher Gemeinderates und später des Kantonsrates bot sich ihm manche Gelegenheit, auf die städtebauliche Entwicklung in Zürich im Sinne seiner Postulate Einfluss zu nehmen.

Der Familientradition folgend, realisierte Scotoni sowohl in der Innenstadt als auch in den Aussenquartieren und in Agglomerationsgemeinden mehrere grosse Bauvorhaben, die sich heute noch sehen lassen können. In der Öffentlichkeit bekannter geworden ist Scotoni als «Zürcher Kinokönig». Während vieler Jahre hatte er die Oberleitung der ihm gehörigen Ascot-Kinobetriebe inne, zu welcher insgesamt sieben renommierte Filmtheater, unter anderen Apollo und Wellenberg, zählten.

Zusammen mit dem verstorbenen Verleger Max Frei gründete er den Zürcher Kinopool, der dem erbitterten Konkurrenzkampf zwischen den Zürcher Filmtheatern weitgehend ein Ende bereitete und sich zum Ziel setzte, das Niveau und die Qualität der gezeigten Filme zu heben. Für seine Verdienste um die Kinobranche verliehen ihm der Schweizerische und der Zürcherische Kinoverband die Ehrenmitgliedschaft.

Auch die sportliche Seite ist im Leben des Jubilars nicht zu kurz gekommen. Als passionierter Flieger pilotierte er vom akrobatiktauglichen Bücker Jungmann bis zur strahlgetriebenen Cessna Citation viele Flugzeugtypen und zog sich erst vor wenigen Jahren von der aktiven Fliegerei zurück. Jahrelang wirkte er, ehemaliger Turnierreiter und Pferdefreund, auch im Vorstand des Zürcher Rennvereins mit.

Als Inhaber der Hotels Ascot in Zürich Enge und Wellenberg in der Innenstadt ist er nach wie vor eng mit den Gradmessern des Zürcher Wirtschaftslebens verbunden. Durch eine fortschrittliche Modernisierung seiner Häuser ist es ihm gelungen, dem sonst rückläufigen Trend im Gastwirtschaftsgewerbe wirksam entgegenzutreten.

Sein otium cum dignitate versteht Scotoni nicht als ein Leben in geruhsamer Abgeschiedenheit. Täglich kümmert er sich um die Leitung seiner Unternehmungen, wobei auch die dem Andenken seines Vaters gewidmete gemeinnützige Eugen-Scotoni-Gassmann-Stiftung, welche von ihm mit beträchtlichen Mitteln ausgestattet worden ist und sich erfolgreich mit der Beschaffung von günstigem Wohnraum für kinderreiche Familien und betagte Menschen befasst, einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Die unternehmerische Tradition von Anton Eric Scotoni wird heute im Rahmen der CSU Group unter der Leitung von Christian Scotoni weitergeführt.

Neue Zürcher Zeitung (NZZ) / 06.08.1996